SIG Sauer - Drama oder Kalkül?

© SIG Sauer
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Wie eine Schockwelle gingen die Meldungen von der „SIG-Sauer-Pleite“ durch die sozialen Medien. Sollte hier wirklich eine Traditionsmarke vor dem Aus stehen? Wir haben in Eckernförde nachgefragt, denn pleite oder nicht, die Zukunft von SIG SAUER und deren Produkte betrifft auch den Fachhandel insgesamt.

Im Kontakt mit Tim Castagne, dem Geschäftsführer der SIG Sauer GmbH & Co. KG in Eckernförde, bekommen wir zunächst eine gute Nachricht für den Fachhandel: „Die Produktion läuft auf vollen Touren, wir werden alle offenen Bestellungen ausliefern und auch noch weitere Lieferungen ermöglichen ...“ Ob es wirklich so glimpflich kommen wird, ist mittlerweile fraglich. Seit 2019 schwebt eine Forderung in Höhe von rund sieben Millionen Euro im Raum, zu der SIG Sauer wegen illegaler Waffenlieferungen nach Kolumbien verurteilt worden ist. Die Meldung über die Aufgabe des Firmenstandortes hat jetzt dazu geführt, dass die Staatsanwaltschaft Vermögenswerte vor Ort sichern ließ, bevor diese durch die Schließung außer Reichweite der Justiz gelangen können. Bisher hatte das Landgericht Kiel auf die Vollstreckung des Urteils verzichtet, sicher auch um die rund 150 Arbeitsplätze nicht zu gefährden. 

Offiziell hat das Unternehmen mitgeteilt, dass eine wirtschaftlich erfolgreiche Weiterführung des deutschen Standortes nicht möglich sei. Dabei klingt auch die Enttäuschung durch, trotz deutschem Standort keine erfolgreiche Zuteilung von Behördenaufträgen erreicht zu haben. Damit konnte SIG SAUER Deutschland offensichtlich nicht an die Erfolge der SIG Sauer Inc. mit Sitz in New Hampshire, USA anknüpfen. z

www.sigsauer.de

Lesetipp

Lesetipp: Einen umfangreichen Kommentar zu den Entwicklungen bei SIG Sauer in den letzten Jahren hat Katja Triebel aus ihrer Sicht als Einzelhändlerin in ihrem Blog veröffentlicht: https://tinyurl.com/ya3tjzsl