Müll vermeiden mit Kassenbon-Apps

© FOTOWAWA - stock.adobe.com
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Die neue Belegausgabepflicht ärgert Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen. „Aktuell wird meist ein Papierbon ausgedruckt“, sagt Ulrich Binnebößel, Experte für Zahlungssysteme beim Handelsverband Deutschland (HDE). Der Verband rechnet mit mehr als zwei Millionen Kilometern zusätzlicher Länge an Kassenbons im Jahr. 

 

Große Handelsketten machen vor, dass es anders geht. Rewe ermöglicht die digitale Belegausgabe über das Bonusprogramm Payback, bei Real und Edeka kommt der Bon auf Wunsch über die Deutschlandcard. Auch für kleine und mittlere Unternehmen gibt es Lösungen. Aktuell arbeiten mehrere Start-ups an Smartphone-Apps zur Digitalisierung der Belege.

Die technische Umsetzung erfolgt meist über das Kassensystem. Nutzer müssen an der Kasse nur einen QR-Code auf ihrem Handy scannen lassen. Die Apps sind meist kostenlos. Händlern stehen unterschiedliche Preismodelle zur Auswahl: Wunderbon etwa verlangt je nach Firmengröße und Servicepaket eine Grundgebühr plus 19 Cent pro Kunde pro Monat. Die App Greenbill soll 49 Euro im Monat kosten, plus eine einmalige Einrichtungsgebühr von derzeit 79 Euro. Neben der Digitalisierung von Belegen bieten die Apps weiteren Nutzen: digitale Haushaltsführung etwa, Spesenmanagement und Buchführung.

Handelsexperte Binnebößel hält Apps für eine gute Idee, gibt aber zu bedenken: „Es muss geprüft werden, ob sie die rechtlichen Vorgaben erfüllen.“ Wer sich für eine App entscheidet, dem rät der HDE-Experte zu einer Lösung, die Kundenbindungsmöglichkeiten anbietet. Ganz wichtig: „Mit dem Anbieter klären, was mit den Daten passiert und ob die Anwendung rechtskonform ist.“ Eine EHI-Umfrage zeigt Potenzial für die Anwendungen: Rund 40 Prozent der Händler planen demnach künftig den Einsatz digitaler Kassenbons. ak

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