Frauen und Jagd in Europa

Die Namen der Damen: Eva-Maria Zehetner-Wellik (A), Kathleen Rotter (D), Elfriede Mayr (A), Karin Liftinger (A), Corinna Grasserbauer (A), Caroline Schiestl (CZ, Organisation). © Karin Liftinger
Die Namen der Damen: Eva-Maria Zehetner-Wellik (A), Kathleen Rotter (D), Elfriede Mayr (A), Karin Liftinger (A), Corinna Grasserbauer (A), Caroline Schiestl (CZ, Organisation). © Karin Liftinger

Die diesjährige internationale Konferenz zum Thema „Frauen und Jagd V4+“ (Visegrád-Gruppe) fand 2020 in Prag statt. Auf Einladung von Prof. Dr. Vera Adamkova, des Premiers der Tschechischen Republik Ing. Andrej Babiš und des Landwirtschaftsministers Ing. Miroslav Toman trafen sich Vertreterinnen der Visegrád-Gruppe (Polen, Ungarn, Slowakei, Tschechien) sowie Sondergesandte aus Deutschland, Serbien und Österreich im Abgeordnetenhaus des Parlaments der tschechischen Republik. 

 

Der erste Seminartag stand unter Moderation von Prof. Dr. Vera Adamkova. In ihrer Eröffnungsrede umriss sie den Zugang der Jagdausübung in der Tschechischen Republik und die Wichtigkeit und Bedeutung der Jagd für die Gesellschaft. Die Referate aus der Visegrád-Gruppe sowie den angrenzenden Nationalstaaten behandelten die Stellung der Frau in der Jagdgesellschaft dieser Länder auch mit Blick auf zukünftige Entwicklungen. Statistischen Background gab das Abbild dieser gesellschaftlichen Änderung und Außenwirkung in den neuzeitlichen Jagdgesellschaften. Besonders eindrucksvoll bei diesen Vortragsreihen waren nicht nur die Inhalte, sondern auch deren Präsentation verbunden mit der Verstärkung des jagdlichen Dresscodes. 

 

© Karin Liftinger
© Karin Liftinger

Bezugnehmend auf Deutschland sowie Österreich mit einem hohen Prozent­-

anteil an weiblichen Jagdaktivistinnen sind wir gegenüber unseren Freunden der Visegrád-Gruppe mäßig bis gar nicht in diese Richtung organisiert. Entweder werden diese Versuche unterbunden oder sind die Waidfrauen noch nicht selbstbewusst genug, so aufzutreten wie unsere Nachbarn. Im Hinblick auf das Dargebotene, ist es für Österreich bzw. Deutschland zu wenig, sich in Stammtischen und diversen Damenjagdclubs zu treffen und zu diskutieren, was dem „Schmoren im eigenen Saft“ gleichkommt. Hier bedarf es einer rechtlich bestens organisierten Dachgesellschaft mit strategischer Ausrichtung und organisierten Abläufen. Das antiquierte Vorbild der männerdominierten und scheinheiligen demokratischen Verbandsstruktur und deren Netzwerken soll nicht als Beispiel für neue Verbandsstrukturen dienen.

Autorin: Karin Liftinger