83. Auktion der Hermann Historica

© Hermann Historica
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Pressemitteilung:

Versteigerung von Sammlerträumen‘ – Schusswaffen aus fünf Jahrhunderten.

 

Den Abschluss der diesjährigen Herbstauktion stellt am
4. November 2020 die Versteigerung von knapp 730 antiken und modernen Schusswaffen. Bereits zuvor im Rahmen der Vorbesichtigung vom 18. bis 21. Oktober und vom 28. bis 31.10.2020 in den Geschäftsräumen in Grasbrunn zu begutachten, bleibt im reichen Angebot für Sammler, Museen und Interessierte kein Wunsch offen.

 

Exquisite, teils überaus aufwändig gearbeitete Büchsen und Pistolen aus den besten Werkstätten ihrer Zeit stellen den Auftakt des letzten Auktionstages. Hier finden sich repräsentative Beispiele der hohen Fertigkeit der Büchsenmacherkunst im frühen 18. Jahrhundert, wie ein Paar fein verbeinte Radschlossbüchsen in Kaliber 13 mm aus der bekannten Werkstatt des Joseph Mair in Innsbruck aus der Zeit um 1720/30. Neben den jagdlichen Einlagen aus graviertem und geschwärztem Bein, stechen die Beschläge mit Auflagen aus graviertem und durchbrochenem Messing ins Auge. Selten und in nahezu neuwertigem Zustand ist für das Paar schon ein Einstiegsgebot von 22.000 Euro gefordert. 

 

 

 

 

Gleiches System und auch als Paar kommen aus dem polnischen Teschen lange, ebenfalls sehr schön mit Beineinlagen in Form von Früchtebündeln, Tieren, Jagdszenen und Ranken dekorierte Pistolen, zum Aufruf. Um 1630 in Kaliber 12,5 mm und in der beachtlichen Länge von je 58,5 Zentimetern gefertigt werden sie mit 20.000 Euro angeboten.

 

 

 

 

 

Schon sehr früh, um 1596, schuf der Dresdner Balthasar Dressler, die auf 12.000 Euro taxierte, militärische Radschlossbüchse in Kaliber 9,5 mm. Datiert, mit Vogelmarke gemarkt und monogrammiert mit „BD“ ist auch diese Waffe reich mit gravierten und geschwärzten Einlagen versehen. Dargestellt sind Groteskenköpfe zwischen Ranken und Rollwerkkartuschen sowie Maskaronen auf der Schaftunterseite.

 

 

 

Eine wahre Besonderheit verbirgt sich hinter der Losnummer 5050. Die bedeutende schwere Perkussions-Scheibenbüchse in Kaliber 21 mm aus Leipzig ist auf 1734 datiert und besticht nicht nur mit aufwändigen Einlagen, sondern zeigt zudem am Laufansatz einen vollplastisch geschnitzten Löwenkopf mit eingelegten Augen und Zähnen sowie auf dem Kolben beidseitig einen Drachen im Halbrelief. Äußerst dekorativ, technisch beeindruckend und von I.G. Wiegandt gemarkt sind für eine solche bemerkenswerte Büchse 12.000 Euro zur Gebotseröffnung gefordert.

 

Eine wunderbare Auswahl hinter der das Angebot unter den modernen Schusswaffen jedoch keineswegs zurückstehen muss. Von Raritäten, wie einer Mauser Prototyp Model HSB, über eine seltene Roth Pistole bis hin zu zivilen Jagdwaffen bieten sich den Interessierten eine sehr weite Offerte. Kaum veröffentlicht stieß die halbautomatische Pistole Mauser Prototyp Model HSB in Kaliber 7,65 mm Browning, Nr. 5 auf überaus rege Nachfrage. Hergestellt bei Mauser-Werke A.G. Oberndorf, fand die Waffe mit Werkzeug zum Entfernen der Griffschalen nie den Weg in die Serienfertigung. Nur sehr wenige Exemplare sind aus der kleinen und sehr aufwändigen Fertigung erhalten und selbst in der Fachliteratur fand sie kaum Eingang. Daher stellt die vorliegende Pistole ein äußerst rares Sammlerstück dar, dessen auch technische Besonderheit schon mit einem Mindestgebot von 12.500 Euro goutiert werden muss.

 

 

 

 

Von einer Taschenpistole Roth Theodovic in Kaliber 6,7 mm Nr. 80 ist sogar nur die hier angebotene Waffe, neben Abbildungen in ausführlichen Fachdarstellungen als einziges Realstück bekannt. Siebenschüssig und mit 120 mm Lauf kann die Wiener Pistole ab 12.000 Euro eine neue Kollektion bereichern.

 

 

 

Eine Repetierpistole Gustav Bittner, Mod. 1893 in Kaliber 7,7 mm Bittner, Nr. 210 wurde vom Firmenchef persönlich entworfen und in Weipert/ Böhmen gefertigt. Sehr selten, denn auch diese Pistole konnte sich nicht am Markt durchsetzen und geschäftlichen Erfolg erzielen, und wurde gerade dadurch zum gefragten Sammlerstück, Taxe 8.500 Euro. Schon immer auf der Wunschliste vieler Waffeninteressierter steht eine Mauser, C 96 Bolo, in Kaliber 7,63 mm Mauser, hier in der Fertigung von 1901, mit USA-Händleradresse und einem Startpreis von 5.000 Euro durchaus moderat angesetzt.

 

 

 

 

Moderne Jagdwaffen, wie eine Ferlach Bockdoppelbüchse, wunderbar graviert und in Kaliber 9,3x74R, im Aufruf für 3.400 Euro; eine Borovnik, Modell 98, in Kaliber 6,5 x 68 und mit Zeiss Fernrohr ausgestattet, mit Startpreis von 2.500 Euro sowie eine Repetierbüchse von Blaser, Modell R93, Kaliber 375 H&H mit Zielfernrohr von Swarovski, die zu gleichem Preis angeboten werden kann.