Kommunikation mit Abstand - drei Fragen an Tim Zychacek

Tim Zychacek
Tim Zychacek

Die IWA OutdoorClassic hat seit September einen neuen PR-Manager im Team. Als Brancheninsider wissen wir, wie heikel es sein kann, vor allem mit der Publikumspresse über das Thema Waffen zu sprechen. Hinzu kommen die außergewöhnlichen Rahmenbedingungen, unter denen Messen zurzeit stattfinden müssen. WM-Intern möchte den Mann näher kennenlernen, der diese Herausforderung in der Branche angenommen hat und hat dazu drei Fragen an Tim Zychacek gestellt.

 

Was verbindet Sie mit der Welt der Sport- und Jagdwaffen bzw. mit dem Outdoorbereich? 

Die Jagd ist für mich ein sehr interessantes und spannendes Thema. Mein Großvater war Jäger und hat mich schon im frühen Kindesalter dafür begeistern können. Vor allem Natur- und Artenschutz sind Aspekte der Jagd, mit denen ich mich besonders identifiziere. Der Jagdschein steht für 2021 fest auf meiner To-do-Liste. Ich möchte so eine gewisse Nähe zu und Verständnis für unsere Messeteilnehmer entwickeln. Das ist nur möglich, wenn ich so tief wie möglich in die Materie eintauche und mich mit den Bedürfnissen der Branche vertraut mache.

Wie stellen Sie sich ihre Aufgabe als PR-Manager der führenden B2B-Messe der Branche vor? Covid-19 hat ja einen starken Einfluss auf die Messelandschaft genommen und vieles muss jetzt neu erdacht werden, was bis dahin als Erfahrungswert verfügbar war.

Es ist eine Herausforderung, den Spagat zwischen Print und Online zu meistern. Die digitalen und sozialen Medien gewinnen zwar zunehmend an Bedeutung, allerdings bewegt sich auch ein großer Teil unserer Zielgruppe im Printbereich. Deshalb müssen wir unseren Multi-Channel-Ansatz weiter ausbauen und unsere Interessenten ziel­gruppengerecht ansprechen. Allgemein werden wir vermehrt den Dialog suchen. 

Covid-19 hat zwar einiges verändert, aber auf jeden Fall auch neue Chancen eröffnet. Ich glaube, dass sich mir jetzt eine gute Möglichkeit bietet, mich mit frischen Ideen einzubringen. Ich sehe meine Stärken klar im digitalen Bereich.

 

Kommunikation mit Abstand. Wie schätzen Sie die Potenziale der unterschiedlichen Kommunikationskanäle ein? Pressekonferenzen, Presserundgänge sowie der ganze Bereich der unmittelbaren Face-to-Face-Kommunikation ist zur Zeit stark eingeschränkt. Wird es in Zukunft nur noch Videokonferenzen und sowas wie App-geführte Messerundgänge geben? 

Ich denke, dass virtuelle Pressekonferenzen und -rundgänge durchaus stimmige Erweiterungen zum gewohnten Programm darstellen können und ihre Existenzberechtigung haben. So können auch Interessenten teilnehmen, die es leider nicht zu uns auf die NürnbergMesse geschafft haben. 

Virtuelle Formate bieten der IWA OutdoorClassics die Möglichkeit, 365 Tage im Jahr präsent zu sein – ersetzen können sie die Präsenzmesse jedoch nicht! Für Händler und Unternehmen ist der persönliche Kontakt nach wie vor ein essenzielles Element, Verbraucher wollen sich austauschen und Produkte so gut es geht testen.

Eine App, die Messebesuchern die Planung und Durchführung ihrer Rundgänge erleichtert,  ist eine sinnvolle Ergänzung, die in Zukunft eine immer größere Gewichtung in der Besuchsvorbereitung haben wird. Dafür muss jedoch zuerst ein rundes Konzept erarbeitet werden. Die Customer Journey und Benutzerfreundlichkeit müssen im Mittelpunkt all unserer Aktivitäten stehen um Akzeptanz gewährleisten zu können – egal ob Fachbesucher, Medienvertreter oder Aussteller, on-site oder digital.

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