30 Jahre – doch manchmal kommt es anders …

Die sächsische Waldkönigin, Gina Maria Jacob, führt die Hygieneregeln zur Jagd und Angeln vor. © Agra
Die sächsische Waldkönigin, Gina Maria Jacob, führt die Hygieneregeln zur Jagd und Angeln vor. © Agra

Die erste Jagdmesse seit Beginn der Coronakrise und des Lockdowns im März dieses Jahres hat stattgefunden. Allein das wäre nach den vielen Absagen von Events und Messen in den letzten Monaten eine Meldung wert: Die „Jagd und Angeln“ hat tatsächlich stattgefunden!

 

Gespannt wurde die Eröffnung dieser Messe nicht nur von den Handelnden vor Ort erwartet. Würden die Besucher kommen? Wird das Hygienekonzept funktionieren? Antworten auf diese Fragen konnte nur der Live-Test, also die Durchführung der Messe, liefern.

„Wir haben für die Durchführung gekämpft“, sagt Erik Ochmann, Projektleiter der Jagd und Angeln, „nicht zuletzt, um auch ein Lebenszeichen für das Veranstaltungs- und Messewesen in Deutschland und natürlich für unsere Passionen Jagen, Angeln und Grillen zu setzen. Dass wir eine so positive Resonanz und breite Unterstützung erfahren durften, freut uns außerordentlich. Wir danken allen, die mit uns die Jagd und Angeln 2020 umgesetzt haben.“

Tatsächlich hat die Jagd und Angeln trotz erwartungsgemäß geringerer Besucher- und Ausstellerzahlen gezeigt, wie Messen im New-Normal der Covid-19-Pandemie funktionieren können. Mit 212 Ausstellern, einem funktionierenden Hygienekonzept sowie 14.800 achtsamen Besucherinnen und Besuchern ist es gelungen, das Messegeschäft in Deutschland wieder zu starten.

Das in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit den zuständigen Genehmigungsbehörden ausgearbeitete Hygienekonzept sah die Registrierung aller Besucher vor, sowie eine Kontaktverfolgung auf dem Gelände und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in den Messehallen. Eine geschickte Besucherlenkung zwischen Außengelände und den Messehallen sorgte dafür, dass Menschenansammlungen, die sogenannten Hotspots, nur dort entstanden, wo genügend Platz und eine entsprechende Durchlüftung vorhanden waren.

 

Freilich ist in dem ganzen Hygienehype fast verloren gegangen, dass die stärkste Jagdmesse im deutschen Osten dieses Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feierte. Noch 2019 feierte man hier Besucherrekorde und noch Anfang des Jahres sah es so aus, als würde die Jubiläums Jagd und Angeln die größte Jagdmesse, die auf dem historisch ehrwürdigen AGRA-Gelände in Markkleeberg je stattgefunden hat. Nun ist es anders gekommen und dennoch hat das aktuelle AGRA-Team es geschafft, unter widrigen Umständen eine erfolgreiche Messe auf die Beine zu stellen. Ein Blick in die Geschichte dieser Messe vermittelt den Eindruck: Widrigkeiten gehören hier zum Alltag. Die ersten Messeveranstaltungen litten unter der noch geringen Kaufkraft der Besucher nach der deutschen Wiedervereinigung. In den Folgejahren wurde das AGRA-Gelände zunehmend maroder und immer öfter ging die Parole unter den Ausstellern um: „Das ist die letzte Messe hier, wenn wir abbauen, kommen die Bagger!“ Am Ende sind jedoch alle anderen Jagdmessen im Osten eingestellt worden, während die Jagd und Angeln stabil blieb und vor einigen Jahren angefangen hat, kontinuierlich zu wachsen. 

Mag man es sächsische Beharrlichkeit oder unternehmerischer Mut nennen, ohne die hohe Motivation und Identifikation der Messeteams von damals bis heute gäbe es in Markkleeberg keine Messe mehr, schon gar keine unter Coronabedingungen. 

„Nun ist es geschafft und unser aller Engagement wurde schon allein damit belohnt, dass wir in diesem besonderen Jahr stattgefunden haben“, schließt Projektleiter Erik Ochmann und spricht aus, was die meisten seiner Kollegen denken. 

Mit der Durchführung der Jagd und Angeln 2020 wurde trotz der allgemeinen Lage ein positives Signal und ein Zeichen gesetzt. Alle Beteiligten hoffen sehr, dass es für die Passionen Jagen, Angeln und Grillen in 2021 bald wieder uneingeschränkt möglich ist, gemeinsam „Messe zu machen“, sich auszutauschen und sich zu treffen. Die nächste Jagd und Angeln findet vom 1. bis 3. Oktober 2021 statt. z

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