Helmut Adamy geehrt

Jürgen Triebel, Präsident des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e. V. (VDB) © VDB
Jürgen Triebel, Präsident des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e. V. (VDB) © VDB

Anlässlich der Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e. V. (VDB) am 25. Oktober 2020, die in diesem Jahr digital stattfand, wurde Helmut Adamy für seinen unermüdlichen Einsatz für die Branche geehrt. Die Laudation hielt Jürgen Triebel, Präsident des VDB.

 

Die Laudatio

Für den geleisteten, persönlichen Einsatz im Rahmen der Waffenrechtsnovelle 2019/2020 möchten wir jetzt dem Beauftragten des Präsidiums Helmut Adamy ganz herzlich danken.

Lieber Helmut, wir haben dich im Februar des vergangenen Jahres zum „Beauftragten des VDB-Präsidiums“ ernannt. Damit wollten wir Synergien zwischen deinem Handwerksverband, dem Bundesinnungsverband für das Büchsenmacher-Handwerk und dem VDB nutzen. Denn in vielen Themenbereichen sind sich BIV und VDB einig. 

Dein Engagement und dein hervorragendes politisches Netzwerk haben uns zahlreiche Möglichkeiten eröffnet. In Verbindung mit unseren politischen Beratern in Berlin sind dadurch Termine und Gespräche entstanden, die wir vorher nicht für möglich gehalten haben. Ob Bundesminister Seehofer oder Frau Lindholz, Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages – mit dir wurden Türen geöffnet, damit wir unsere Positionen kommunizieren konnten. Wir haben bereits in meinem Bericht von den vielen weiteren Terminen gehört, die überwiegend auch durch deine Anwesenheit stattfanden.

Im Namen von über 1.500 Mitgliedsunternehmen, meinen beiden Vizepräsidenten und auch den hauptamtlichen Mitarbeitern des VDB danke ich dir für deinen Einsatz. Du hast dich nicht für deinen persönlichen Vorteil, sondern für die Zukunft unserer gesamten Branche eingebracht. Deine jahrzehntelange Erfahrung und Vernetzung in die höchsten politischen und handwerklichen Ämter hast du dem VDB und der gesamten Branche – völlig selbstlos – zur Verfügung gestellt. Sicherlich haben wir nicht alles erreicht und viele Themen liegen auch weiter im Argen – ich möchte jedoch nicht dran denken, was alles ohne deine Arbeit hätte passieren können.

Wie der VDB hast auch du, lieber Helmut, keine „Starallüren“ oder „Profilierungszwänge“. Das Fehlen dieser Eigenschaft hat dazu geführt, dass du so bist wie du bist, und das macht dich menschlich, charakterstark und sympathisch. Auch wenn wir fachlich in einzelnen Bereichen manchmal anderer Meinung sind und dann im Sinne der Sache unsere gegensätzlichen Argumente austauschen, beziehen wir solche Debatten nie auf eine persönliche Ebene!

Daher darf ich sagen, dass ich persönlich und wir als Verband froh sind, dich als Mitglied, Beauftragten und als Freund zu haben. 

Herzlichen Dank! 

Ich darf dir diesen Blumenstrauß überreichen, zusätzlich hat das Präsidium beschlossen, dir für deinen Einsatz eine Anerkennung in Höhe von 

2.000 Euro zukommen zu lassen. Dies soll bitte nicht als Bezahlung, sondern als Wertschätzung verstanden werden. 

Wenn du möchtest, kannst du gerne ebenfalls das Wort an die Versammlung richten.

Helmut Adamy, Vorsitzender des Bundesinnungsverbandes für  das Büchsenmacher-Handwerk. © VDB
Helmut Adamy, Vorsitzender des Bundesinnungsverbandes für das Büchsenmacher-Handwerk. © VDB

Klare Worte von Helmut Adamy

Werter Herr Präsident, lieber Jürgen, werte Vizepräsidenten, werte Mitglieder, ich bedanke mich für die Anerkennung der Lobbyarbeit des vergangenen Jahres. Gefühlt war ich 2019 öfter in Berlin als in meiner eigenen Werkstatt. Neben den vielen Treffen mit höheren Beamten der Bundesregierung, Abgeordneten des Bundestages und der Ländervertretungen gab es auch noch die Vertretung auf handwerklicher Schiene im Rahmen des Unternehmerverbandes des Handwerks.

Ich habe mein Netzwerk gerne für unsere gesamte Branche eingebracht, bin ich doch mit Leib und Seele Büchsenmacher und möchte, dass meine Kinder den Betrieb fortführen können.

Das Waffenrechtsänderungsgesetz und das NWR haben uns eine Menge zusätzliche Arbeit beschert. Das NWR ist ein bürokratisches Monster mit null Punkten an Sicherheitsgewinn. Ein Register für alle im zivilen Bereich befindlichen Waffen ist ja noch zu verstehen, aber was sollen die Meldungen der Reparaturen und die Zergliederung einer Waffe in bis zu vier wesentliche Waffenteile, die alle zu melden sind? Auch meine Mitarbeiter verbringen viele zusätzliche Stunden am PC, die uns keiner bezahlt. Noch schwieriger ist es sicher für unsere Ein-Mann-Betriebe und älteren Kollegen.

Liebe Mitglieder, unsere Branche ist klein und der Zusammenhalt der einzelnen Verbände war schon mal viel besser. 2003, bei der vorletzten Waffengesetzänderung, war ich auch schon dabei und wir hatten ein schlagkräftiges „Forum Waffenrecht“. Ich habe oft versucht, entstandene kleine Risse in der Zusammenarbeit der Verbände zu kitten, Ingo Meinhard kann dies sicher bestätigen, aber leider mit wenig Erfolg. Der Bundesinnungsverband der Büchsenmacher hat gerade wegen der Bündelung der gemeinsamen Interessen den Geschäftsführer des VDB auch zum Geschäftsführer der Innung bestellt. Die Ideen zum weiteren Voranbringen des Forums Waffenrecht sind allesamt nicht zum Tragen gekommen, weil Eigeninteressen bei einigen Vorstandsmitgliedern des Forums im Vordergrund stehen.

Jürgen Triebel hat es in der Oktoberausgabe von WM-Intern deutlich gesagt: 

„Es gibt keine Ruhepause!“

  • Bleiverbot ohne wirklich ausgereifte Alternativen
  • Neues Bundesjagdgesetz
  • Der Regulierungswahn der EU. Manches ist gut, aber müssen wir für jeden Schritt, den wir unternehmen, eine europäische Verordnung haben? Gehorsam und gründlich, wie wir Deutschen nun mal sind, setzen wir jede Forderung aus Brüssel mit mindestens 300 % um.
  • Bundestagswahl mit ungewissem Ausgang, hier möchte ich nur das Programm der Grünen mit dem Verbot des privaten Waffenbesitzes erwähnen. Das heißt Abschaffung des sportlichen Schießens und Ausführung der Jagd nur durch Berufsjäger. Das wäre auch das Ende unserer gesamten Branche.

Für mich ist immer erschreckend, was der „Normalbürger“ über Jagd und sportliches Schießen an Wissen hat. Wir legalen Waffenbesitzer sind alle potenzielle Mörder. Hier liegt es an uns, positive Überzeugungsarbeit zu leisten. Ein gutes Beispiel war unser parlamentarisches Frühstück in Berlin mit den innenpolitischen Sprechern der im Bundestag vertretenen Parteien. Jeder von uns ist gefragt, auch schon im persönlichen Umfeld mit guten Diskussionen und Beispielen voranzugehen.

Und über allem schwebt Covid-19. Prognosen für die Zukunft gibt es nicht.

Ich bin jetzt 70 Jahre alt, fühle mich aber nicht so. Angesichts der anstehenden Probleme bin ich angestachelt und manchmal auch richtig sauer. Deshalb bin ich bereit, auch weiterhin für die Büchsenmacher und Waffenhändler meine Kontakte einzubringen.

Nicht zuletzt möchte ich den Mitarbeitern der Geschäftsführung und vor allem Ingo Meinhard für die sehr gute Zusammenarbeit danken. Lieber Ingo, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, was ja auch nicht unbedingt gut wäre, ziehen wir doch gemeinsam an einem Strang zum Wohle unserer Verbände und das soll so bleiben.

Danke an alle und bleibt alle gesund. z